Der Staat behebt keine Fehler – Er ist der Fehler

Es krachen also die Banken und die Börsenkurse stürzen. Tausende von Arbeitskräften wurden freigestellt und Billionen von Franken verschwanden im schwarzen Loch der Finanzkrise. Nach den vorangegangenen gründlichen Studien sind wir zu der Ansicht gekommen, dass damit einige wichtige Indikatoren für eine Krise vorliegen.

Das Gute an einer Krise ist ja, dass mensch daraus lernt. Eifrig darum bemüht, dies nicht zu tun, stellen sich nun Menschen auf die Strasse, erheben wortgewaltig ihre Stimmen in ihren Parlamenten und Ausschüssen und tun ihre ach so grosse Wut in Form von völlig idiotischen Ideen kund:

„Verstaatlicht die Banken!“, „Zahlt die Boni zurück!“, „Regierung und Parlament sollen ihre Verantwortung wahrnehmen!“ und so ähnlich tönt es effektheischend.

Es kann natürlich verlockend sein, einen unglaublich bösen Manager dazu zu zwingen, Geld zurück zu geben. Doch damit etwas an den Prozessen, die diese Krise hervorgerufen haben, verändern zu wollen, ist nur lächerlich. Nennt mensch das Problem beim Namen – Kapitalismus – so heisst das noch lange nicht, dass mensch dann mehr verstanden hätte. Klar, Profitlogik, Konkurrenzdenken und Ausbeutung der ArbeiterInnen sind schon eine böse Sache. Aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. (Den haben nur wir.) Wäre nur der freie Markt der Bösewicht, könnte man tatsächlich alle Banken verstaatlichen, Regierung und Parlament würden Verantwortung übernehmen und alles würde wieder gut.

Die Frage sollte aber erlaubt sein, was denn der grosse Unterschied zwischen einer staatlichen und einer privaten Bank sein soll? Ist es die „demokratische“ Kontrolle über die Bank? – Kaum, oder wann haben sie das letzte Mal der Postbank gezeigt, wie genau sie wen entlöhnen und was für eine Geschäftspolitik sie fahren soll? Kriegen wir dann etwa auch die Gewinne dieser Banken? – Wohl auch nicht, oder?

Staat und Kapital sind gute Freunde, und zwar schon seit es die beiden gibt. Geht’s dem einen schlecht, hilft ihm der andere, zahlen kann dann der Rest. Wollen wir also wirklich was verändern, lassen wir diese Propheten des guten Gewissen von Juso bis unia im Regen stehen und verkünden kraftvoll und völlig naiv mal wieder das Ende dieses menschenverachtenden Systems:

Nieder mit dem Kapitalismus!
Der Staat behebt keine Fehler, er ist der Fehler!

Eure unabhängigen WirtschaftsprüferInnen der Villa Rosenau, Basel